Mitarbeiterin im Rampenlicht: Sabrina Celie
Was einst ein rein funktionaler Garten war, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem Ort mit mehr Farbe, Leben und Erlebnis. Durch bewusste Entscheidungen und viel Experimentieren entstand ein Garten, der sich mit den Jahreszeiten verändert, Raum für die Natur lässt und jeden Tag aufs Neue Ruhe und Inspiration bringt.
Meine Gartenreise zu vier Jahreszeiten voller Genuss
Zwanzig Jahre lang war mein Garten vor allem funktional angelegt: eine Hecke, einige Sträucher und eine große Rasenfläche. Dieser Rasen war jahrelang meine größte Frustration. Auf dem kargen Sandboden war es ein ständiger Kampf, ihn schön grün zu halten. Kalk streuen, düngen, vertikutieren, mähen … alles wurde versucht, aber das gewünschte Ergebnis blieb aus.
Die echte Wende kam während eines Tages der offenen Tür im Voedselbos Den Zoeten Hof in Destelbergen. Dort sah ich, wie eine ehemalige Pferdeweide innerhalb weniger Jahre in einen üppigen Nahrungswald voller Bäume, Sträucher und Blumen verwandelt worden war. Gras machte Platz für farbenfrohe Blumenbeete, die nach der No-Dig-Methode angelegt wurden. Dieser Besuch brachte mich zum Nachdenken: Warum weiter gegen einen trockenen Rasen kämpfen, wenn die Kinder kaum noch darauf spielen? Ich beschloss, einen großen Teil des Rasens zu opfern und Platz für Blumen zu schaffen.
Inspiration und erste Schritte
Von diesem Moment an beschäftigte ich mich immer intensiver mit Gartenarbeit. BBCs Gardeners‘ World wurde zu einer festen Inspirationsquelle. Ein Bericht über einen Garten von Piet Oudolf überzeugte mich vollständig. Seine Vision von Stauden und Ziergräsern – und vor allem die Idee, dass ein Garten auch im Winter attraktiv sein kann – sprach mich sehr an. Im Jahr 2023 machte ein erster Teil des Rasens Platz für Stauden und Gräser.
Aber damit nicht genug. Eine Folge über Einjährige weckte mein Interesse. Ich war nie ein großer Fan von klassischen Beetpflanzen in Töpfen (zu viel Wasserarbeit), aber Einjährige erwiesen sich als überraschend vielseitig. Durch Selbstaussaat verlängert man sein Gartenjahr erheblich. In den Wintermonaten, wenn draußen wenig los ist, beginnt das Gartenvergnügen bereits im Haus. Das Auswählen von Samen, das Planen und das Voraussaat bringen nicht nur Vorfreude, sondern auch ein Gefühl von Kreativität und Kontrolle. Wenn man im Februar oder März vorsät, startet man mit einem deutlichen Vorsprung in den Frühling. Ein weiteres Stück Rasen verschwand, aber die Blumenpracht von Cosmos „Apricotta” und Zinnia „Zinderella Elegans” machte das mehr als wett.
Meine neueste Entdeckung: Dahlien
Früher fand ich Dahlien etwas altmodisch, aber heute sind sie wieder voll im Trend. Die Auswahl ist riesig: von zarten Pastelltönen bis hin zu auffälligen Blickfängen, in unzähligen Formen und Strukturen. Meine Sammlung ist im letzten Jahr stark gewachsen, und auch für die kommende Saison stehen neue Sorten auf meiner Wunschliste.
Was Dahlien so besonders macht, ist ihre lange Blütezeit. Sie sorgen bis zum ersten Frost für Farbe und eignen sich außerdem hervorragend als Schnittblumen. So kann ich mich nicht nur draußen, sondern auch drinnen an ihrer Schönheit erfreuen. Im Winter hole ich die Knollen aus dem Boden und lasse sie in der Garage überwintern. Im Frühjahr topfe ich sie ein und ziehe sie vor. Das verschafft ihnen einen deutlichen Vorsprung beim Auspflanzen nach den Eisheiligen: weniger Gefahr von Schneckenfraß und eine frühere Blüte.
Das Ergebnis? Pure Blumenpracht
Ich bereue es keine Sekunde. Vom Wohnzimmer und von der Küche aus blicke ich jede Jahreszeit auf ein lebendiges und sich veränderndes Gartenbild. Im Frühling erscheinen die Frühlingszwiebeln, von Mai bis November übernehmen Stauden, Ziergräser, Dahlien und Einjährige. Und das Schönste daran: Fast jede Woche kann ich Blumen für Sträuße pflücken, für mich selbst oder zum Verschenken. Dieses Jahr habe ich auch viele Blumen getrocknet, um im Winter kreativ damit zu arbeiten. So genieße ich meinen Garten wirklich vier Jahreszeiten lang.

Ökologisches Gärtnern: Raum für Leben
Ich versuche, so ökologisch wie möglich zu gärtnern. Chemische Pflanzenschutzmittel kommen bei mir nicht mehr zum Einsatz, und der Garten muss nicht perfekt aufgeräumt sein. Abgestorbenes Pflanzenmaterial bietet Tieren Unterschlupf und nährt gleichzeitig den Boden. Es ist etwas Besonderes zu sehen, wie die Natur ihren eigenen Weg findet. Im nassen Frühjahr 2023 entdeckte ich einen Frosch im Blumenbeet, und abends stolziert manchmal ein Igel durch den Garten.
Auch Vögel fühlen sich hier wohl. Spatzen, Amseln, Ringeltauben, Turteltauben, Drosseln und Stare sind Stammgäste. Im Winter kommen Kohlmeisen, Blaumeisen und Rotkehlchen hinzu. Sie profitieren gerne von den Körnern unserer Hühner, und an kalten Tagen hängen an verschiedenen Stellen Futterhäuschen.
Die Tipps, die meinen Garten verwandelt haben
- Fangen Sie klein an: Beginnen Sie mit einem Beet und einem Stück Rasen, um ohne Druck zu experimentieren.
- Wählen Sie robuste Stauden: Arten wie Persicaria, Echinacea und Ziergräser bilden eine pflegeleichte Grundlage.
- Spielen Sie mit Einjährigen: Wenn Sie im März oder April aussäen, haben Sie einen frühen Start und viel Farbe.
- Denken Sie an den Winter: Lassen Sie verblühte Pflanzen stehen, um Struktur und Insekten zu erhalten.
- Gärtnern Sie ökologisch: Vermeiden Sie Pestizide und lassen Sie Blätter und Zweige liegen, um einen lebendigen Boden zu erhalten.
- Locken Sie Tiere an: Futterstellen im Winter und eine Wasserschale im Sommer machen den Unterschied.
- Trocknen Sie Blumen: ideal, um im Winter kreativ damit zu arbeiten.
- Verlängern Sie Ihr Gartenjahr: Das Bestellen von Samen im Winter sorgt für Vorfreude und einen guten Start.
Mein Garten, meine Inspiration
Mein Garten ist meine persönliche Oase. Nach einem Tag am Computer finde ich dort Ruhe und neue Energie. Körperlich aktiv sein, den Duft der Erde einatmen, mir die Hände schmutzig machen und das Leben zwischen den Pflanzen beobachten: Das hilft mir, meinen Kopf frei zu bekommen. Das Zusammenstellen von Blumensträußen und das Trocknen von Blumen, um sie später kreativ zu ver , verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Dimension. So ist mein Garten ein Ort, den ich das ganze Jahr über genieße – als Entspannung und als unerschöpfliche Quelle der Inspiration.
