Von Opwijk bis Wimbledon: Opplant macht den belgischen Anbau bekannt

Mit drei Standorten und einer durchdachten Saisonplanung realisiert Opplant seit Jahren etwas, wonach viele Gärtnereien streben: eine nahezu kontinuierliche Präsenz auf dem Markt. Was als Familienbetrieb begann, entwickelte sich zu einem Unternehmen, das auf Diversifizierung, Flexibilität und vorausschauendes Denken setzt – und das weit über die Landesgrenzen hinaus.

In Blöcken arbeiten, in Jahreszeiten denken

„Wir arbeiten bewusst in Blöcken“, erzählt Dries Van der Straeten. „Jeder Block steht für einen Anbauzeitpunkt im Jahr.“ Dieser Ansatz bildet das Rückgrat der Betriebsabläufe. Die Saison beginnt im frühen Frühjahr mit Stauden, gefolgt von Beetpflanzen und blühenden Stauden. Im Sommer übernehmen Chrysanthemen, woraufhin Helleborus und Gaultheria den Herbst ausfüllen. „So erzielen wir von Woche 9 bis Woche 52 fast durchgehend Umsatz.“

Diese Streuung sorgt nicht nur für einen konstanten Absatz, sondern auch für Stabilität in der Organisation. „Es ist wichtig, dass man das ganze Jahr über Beschäftigung hat“, ergänzt Filip Van der Straeten. „Sowohl in Bezug auf die Produktion als auch auf das Personal.“

Opplant

Ein Familienunternehmen, das mitwächst

Die Familiengeschichte zieht sich wie ein roter Faden durch Opplant. Filip stieg nach dem Tod seines Vaters eher unerwartet in das Unternehmen ein. „Das war nicht geplant, aber das Unternehmen musste weitergeführt werden. Und schließlich bin ich geblieben.“

Heute arbeitet er mit seinem Sohn Dries zusammen, der 2012 ins Unternehmen eingestiegen ist. Die Rollen sind klar verteilt: Filip konzentriert sich auf den Anbau und die Produktion, Dries auf Vertrieb und Organisation.

„Man muss jeden Tag aufs Neue Lust haben, sich voll einzubringen.“ Filip Van der Straeten

Qualität als Grundlage, Nachhaltigkeit als Standard

Dieser Antrieb ist in einer Branche, die unter Druck steht, notwendig. „Qualität steht heute nicht mehr zur Diskussion“, sagt Dries. „Die muss einfach stimmen.“

Darüber hinaus haben sich Nachhaltigkeit und Zertifizierung zu Grundvoraussetzungen entwickelt, insbesondere im Einzelhandel und bei größeren Gartencenter-Ketten.

Marktdruck und steigende Kosten

Gleichzeitig wird das Spielfeld komplexer. „Die Kosten steigen überall: Substrat, Energie, Transport“, so Filip. „Und gleichzeitig sieht man, dass weiter produziert wird, manchmal sogar zum Selbstkostenpreis oder mit Verlust.“

„Kurzfristig kann man daran wenig ändern“, sagt Dries. „Langfristig müssen sich Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht bringen.“

„Man muss jeden Tag bereit sein, weiterzumachen“, ergänzt Filip. „Nicht jeder wird durchhalten.“

Opplant

Diversifizierung als Fundament

Die Stärke von Opplant liegt in seiner Diversifizierung. Durch die Arbeit mit verschiedenen Kulturen und Saisonblöcken wird das Risiko begrenzt. „Je mehr Kulturen, desto weniger ist man von einem einzigen Produkt abhängig“, erklärt Filip.

Dabei wird gezielt auf Automatisierung gesetzt. „Wir legen vor allem Wert auf Qualität“, sagt Dries. „Wie bei unserer Sortieranlage mit 3D-Kamera für Helleborus.“

Wasser und Klima als neue Realität

Auch das Klima spielt eine immer größere Rolle. „Wir brauchen mehr Wasser als früher, für dieselbe Fläche“, erklärt Dries.

„Für Helleborus ist Regenwasser entscheidend“, betont Filip. „Das macht wirklich den Unterschied in der Qualität aus.“

Kürzere und intensivere Verkaufsphasen

Der Markt entwickelt sich mit. Die Verkaufsperioden werden kürzer und intensiver, vor allem im Sommer und in Richtung Südeuropa. „Man muss noch genauer planen“, sagt Dries. „Diese Zeitfenster werden immer wichtiger.“

Opplant

Von Opwijk bis zu internationalen Projekten

Dass der Ansatz funktioniert, zeigt sich auch an der internationalen Präsenz von Opplant. Ihre Pflanzen finden ihren Weg zu Kunden in ganz Europa – und manchmal zu auffälligen Projekten.

So belieferte das Unternehmen unter anderem Veranstaltungen wie Wimbledon und realisierte groß angelegte Projekte im Ausland. Eines der markantesten Beispiele bleibt eine Chrysanthemenausstellung auf dem Roten Platz in Moskau, wo der gesamte Platz mit ihren Jumbo-Kugelchrysanthemen gefüllt wurde.

„Das sind Momente, die in Erinnerung bleiben“, erzählt Filip. „Genauso wie wenn man irgendwo in Europa plötzlich die eigenen Pflanzen wiedererkennt. Das gibt Zufriedenheit.“

Benutzerfreundlichkeit gewinnt an Boden

Auch das Verbraucherverhalten ändert sich. „Die Benutzerfreundlichkeit gewinnt an Boden“, sagt Dries. „Fertigprodukte werden zunehmen.“

„Weniger Pflege, weniger Arbeit“, ergänzt Filip. „Gleichzeitig bleibt aber auch die Nachfrage nach Natur und Authentizität bestehen. Diese beiden Aspekte werden nebeneinander bestehen bleiben.“

Fazit

In einer Branche, in der Druck und Komplexität zunehmen, setzt Opplant entschlossen auf Diversifizierung, Flexibilität und kontinuierliche Anpassung. Keine großen Worte, sondern ein klarer Ansatz: in Blöcken arbeiten – und jede Woche aufs Neue relevant bleiben.